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Spielplan des Bremer Theaters 2020/21

Theater Bremen stellt Corona-Version des Programms für die Spielzeit 2020/21 bis Dezember 2020 vor / Musiktheater bringt mit „Papageno erfindet die Zauberflöte“ eine Corona-sichere Fassung der großen Oper raus und den John-Lennon-Liederabend „Imagine“ auf die Bühne im Theater am Goetheplatz / Vier Uraufführungen im Schauspiel, eine davon von Fritz Kater in der Regie von Armin Petras, Alize Zandwijk inszeniert „Moby Dick oder Der Wal“ im Kleinen Haus / Mit Stefan Bläske wird die neue Leitung der Schauspiel-Dramaturgie vorgestellt / Tanz zeigt mit „Futuralgia“ eine neue Produktion zu Körper und Digitalität / Das Moks beschäftigt sich mit Verschwörungserzählungen und entwickelt ein begehbares Hörspiel, die Jungen Akteur*innen holen ihre Premiere von „Like a Virgin“ nach.

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La Clemenza di Tito, OL

Opera seria in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto: von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasi (Die Handlung der Oper spielt im Jahr 79 in Rom) Uraufführung am 6. September 1791 in Prag Oldenburgisches Staatstheater, 2019 Musikalische Leitung: Vito Cristofaro/ Thomas Bönisch, Inszenierung: Laurence Dale, Bühne: Matthias Kronfuß, Kostüme: Gabriella Ingram , Einstudierung Chor: Markus Popp, Licht: Regina Kirsch, Dramaturgie: Annabelle Köhler – Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters Tito Vespasiano: César Cortés, Vitellia: Narine Yeghiyan, Servilia: Elena Harsányi, Sesto: Nian Wang,

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Alcina, HB

Viele Vorhänge und glühende Begeisterung zur Bremer Premiere für die hinreißenden Darbietungen der Protagonisten, dem zärtlichen Continuo mit Olga Watts, Hugo Miguel de Rodas, Axel Wolf, Ulf Schade und Hanna Weber, dem taktvoll und unaufdringlich richtungsweisenden Orchester unter der Leitung von Marco Comin, sowie dem gesamten Mitarbeiterstab, der mit großem Ideenreichtum arbeitete. Der Chor, als Geister nicht minder präsent und klangschön wie stets, umrahmte freudvoll das kurzweilige Bühnenspektakel. Damit wurde die Barockoper ihres oftmals süßlichen Charmes enthoben und in ein dramatisches Kleinod verwandelt, das die Stimmkunst nicht Kapriolen nicht um ihrer selbst willen Kapriolen schlagen läßt, sondern Gesang und Schauspiel die Skala einer erweiterten, neuartigen Emotionaltät freigibt. A.C.

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Jugend ohne Gott, B

Die Schüller als alter ego ihres Lehrers? Eher sind es wohl doch eigene unreife Charaktere, mit bösen häuslichen Problemen belastet, für die sie keine andere Lösung haben, als sich mit Gewalt und Trotz zu wehren, und wie im Fall des tagebuchschreibenden Schülers, mit Poesie aus der Realität zu entfernen. Dass ein menschenwürdiges Miteinander, eine aufrichtige Gesellschaft, die Verantwortung und Zivilcourage zeigt, doch möglich sein könnte, lässt der Autor zum Schluss als Hoffnungsschimmer aufleuchten. Regisseur Ostereier übernimmt das unwahrscheinliche Happyend, das die Ehrlichkeit ans Licht holt, die Missetäter sich selber richten läßt und den Lehrer mit einem ausgesprochen interessanten Exil „belohnt“, wohl eher Galgenhumor des Autors.

Die Schüller als alter ego ihres Lehrers? Eher sind es wohl doch eigene unreife Charaktere, mit bösen häuslichen Problemen belastet, für die sie keine andere Lösung haben, als sich mit Gewalt und Trotz zu wehren, und wie im Fall des tagebuchschreibenden Schülers, mit Poesie aus der Realität zu entfernen. Dass ein menschenwürdiges Miteinander, eine aufrichtige Gesellschaft, die Verantwortung und Zivilcourage zeigt, doch möglich sein könnte, lässt der Autor zum Schluss als Hoffnungsschimmer aufleuchten. Regisseur Ostereier übernimmt das unwahrscheinliche Happyend, das die Ehrlichkeit ans Licht holt, die Missetäter sich selber richten läßt und den Lehrer mit einem ausgesprochen interessanten Exil „belohnt“, wohl eher Galgenhumor des Autors.

Eine Inszenierung, die mit darstellerischer Eindringlichkeit vor allem die gesellschaftliche Biederkeit und Engstirnigkeit einer kleinstädtischen Gesellschaft transparent macht. Zeitlos?

A.Cromme

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Fontane, Kästner und andere, B

Das kleine Theater im Palais hat diesen Charme konserviert, behütet, bewahrt und für jede neue Inszenierung, die Barbara Abend in früheren Jahren, heute Annette Klare und das Team in gemeinschaftlicher Produktion erarbeiten, bewahrt. Ihr Repertoire umfasst Heinrich Heine, Erich Kästner, Theodor Fontane, Heinrich von Kleist, Otto Reutter, KLABUND (Alfred Henschke), Kurt Tucholsky wie viele andere mehr, die sich mit ihren besinnlichen wie frech-frivolen Moritaten und Liedern ein ewiges Andenken verdient haben. Viele Abende sind ihnen gewidmet, die “Goldenen Zwanziger” sind überdies evergreens für jedes Alter. In diesem Sommer spielt sich natürlich Theodor Fontane mit seinen 200 Jahren auf dem Buckel, mit einer reichen Vita und einem umfassenden Oevre, erfolgreich in den Vordergrund. A.C.

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Die tote Stadt, HB

Ein sehr kunstvolles, phantasiereiches Bühnenarangement, das das Orchester in den Mittelpunkt stellt und die Protagonisten davor placiert, wird der Intention des Komponisten mehr als gerecht. Die Videoeinspielungen, die Ursachen und Hintergrund der bizarren Verstörung des Malers Paul symbolisieren sollen, kann man gesondert betrachten. Der vom Leben und Tod seiner geliebten Gattin besessene, sich in eine nekrophile Anbetung rettende Mann jedenfalls wird nach und nach sein Leben und das seiner neuen Geleibten, die das Ebenbild der Verstorbenen zu sein scheint, durch seinen Wahn mit Sicherheit zertören. Dass Maria auf dem Heiligensockel verschiedene Ratschläge erteilt, gehört zu seiner depressiven Wahrnehmung, und dass Marietta Lebenslust und Liebesfreude mit elementarer Leidenschaft verkörpert, stürzt Paul nur in noch tiefere Paranoia. Phantastische Sänger, eine eigenwillige Inszenierung und ein in die Tollheit getriebenes Orchester, das aber genauso aller Wehmut und Sehnsucht die Waage hält.

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