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Die tote Stadt, HB

Ein sehr kunstvolles, phantasiereiches Bühnenarangement, das das Orchester in den Mittelpunkt stellt und die Protagonisten davor placiert, wird der Intention des Komponisten mehr als gerecht. Die Videoeinspielungen, die Ursachen und Hintergrund der bizarren Verstörung des Malers Paul symbolisieren sollen, kann man gesondert betrachten. Der vom Leben und Tod seiner geliebten Gattin besessene, sich in eine nekrophile Anbetung rettende Mann jedenfalls wird nach und nach sein Leben und das seiner neuen Geleibten, die das Ebenbild der Verstorbenen zu sein scheint, durch seinen Wahn mit Sicherheit zertören. Dass Maria auf dem Heiligensockel verschiedene Ratschläge erteilt, gehört zu seiner depressiven Wahrnehmung, und dass Marietta Lebenslust und Liebesfreude mit elementarer Leidenschaft verkörpert, stürzt Paul nur in noch tiefere Paranoia. Phantastische Sänger, eine eigenwillige Inszenierung und ein in die Tollheit getriebenes Orchester, das aber genauso aller Wehmut und Sehnsucht die Waage hält.

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Unterleuten, B/Potsdam

von Juli Zeh, eine Produktion des Hans Otto Theaters, Potsdam Gastspiel im Berliner Schillertheater/Komödie am Kurfürstendamm, 2019 Bearbeitung: Ute Scharfenberg, Regie: Tobias Wellemeyer, Bühne: Alexander Wolf, Kostüm: Ines Burisch, Musik/Sounddesign: Mare Eisenschink mit: Dirk Schoedon, Christoph Hohmann, Juliane Götz, Katrin Hauptmann, Johannes Heinrichs, Rita Feldmeier, Sabine Scholze, Marianna Linden, Roland Kuchenbuch, Esther Agricola, Matthias Zahlbaum, Josip Culjak, Julian Mehne, Jan Kersjes, Arne Lenk, Elisabeth Bellé, Charlotte Hübner, Maria Gohl, Matilda Lindbergh Ein Windpark und seine Folgen Die Potsdamer Inszenierung des

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Oceane, B

Die ursprüngliche Fassung von “Oceane” stammt von Theodor Fontane und ist Fragment geblieben. Literaturwissenschaftler sind der Ansicht, dass diese Frauenfigur für den Dichter nicht greifbar, nicht real genug war, dass er sie mit seinen Intentionen nicht genügend in Szene setzen konnte. Das ist wohl nur die halbe Wahrheit. Denn der jetzige Librettist Hans Ulrich Treichel und der Komponist Detlev Granert haben eine zwar unduchsichtige, durchscheinende Meeresfrau geschafffen, aber doch um sie herum die bigotte und preußisch strenge Gesellschaft als psychologische Ursache für das Scheitern der jungen Frau auf Erdengrund sehr eindringlich musikalisch und szenisch transparent gemacht. Die Meeresjungfrau Oceane-Undine scheitert nicht an der fehlenden Sprache, sondern im übertragenen Sinn an der Unfähigkeit beider Seiten, einander zu verstehen. Ein dynamisches, hochgradig ästhetisch über die Bühne im Ambiente eines tschechowschen Millieus aussterbender Gesellschaftsschichten gleitendes Drama um unmögliche Menschwerdung in einer unmenschlichen Gesellschaft. A.C.

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Vom Himmel kommt es / Zur Erde muss es. HB

VOM HIMMEL KOMMT ES / ZUR ERDE MUSS ES Ein vorösterliches Chorkonzert mit Werken von Fauré, Brahms und Schubert, Joseph von Eichendorff, James Macpherson, Friedrich Ruperti in Szene gesetzt von Vendula Nováková;  Musikalische Leitung Alice Meregag Theater am Goetheplatz, 2019, Bremen Sopran Solo: Maria Martin Gonzalez; Bariton Solo: Daniel Ratchev; Opernchor des Theater Bremen, Bremer Philharmonie; Ausstattung: Nanako Oizumi, Elena Melissa Stranghöner; Licht: Peter Schmidt. Text nach Isabelle Becker, Dramaturgie Befreiung im Jenseits “Die Kurt-Hübner-Preisträger des Jahres 2018 – der

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L` Ètoile oder “Das Horoskop des Königs”, HB

Komische Oper in drei Akten von Emmanuel Chabrier (1841-1894) Text von Eugène Leterrier und Albert Vanloo Theater am Goetheplazt, Bremen, 2019 Bremer Philharmoniker: Musikalische Leitung Yoel Gamzou Opernchor des Theaters, Regie Tom Ryser, Dramaturgie Brigitte Heusinger, Ausstattung Stefan Rieckhoff, Chor Alice Meregaglia, Licht Christian Kemmetmüller, Mit: König Ouf I. Luis: Olivares Sandoval ,Lazuli, Hausierer: Ulrike May, Aloès: Iryna Dziashko, Laoula, Prinzessin: Nerita Pokvytyte; Siroco, Hofastrologe: Christoph Heinrich;Tapioca: Joel Scot; Fürst Hérisson de Porc-Epic: Christian-Andreas Engelhardt; Erzähler: Martin Baum; Patacha, Bürger:

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Die Parallelwelt, B

Eine Simultanaufführung zwischen Berliner Ensemble und Schauspiel Dortmund von Alexander Kerlin, Eva Verena Müller und Kay Voges Berliner Ensemble, Berlin, 2019 Regie: Kay Voges, Dramaturgie: Sibylle Baschung, Alexander Kerlin, Matthias Seier, Bühne: Daniel Roskamp, Kostüme: Mona Ulrich, Bildregie und Lichtdesign: Voxi Bärenklau, Musik: T.D. Finck von Finckenstein mit: Andreas Beck, Stephanie Eidt, Frank Genser, Oliver Kraushaar, Bettina Lieder, Sina Martens, Annika Meier, Peter Moltzen, Eva Maria Müller, Josefin Platt, Owen Peter Read, Uwe Schmieder, Xenia Snagowski, Friederike Tiefenbacher, Merle Wasmuth

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